Hakucho no kushanku35 Jahre Kampfkunst im Erzgebirge seit 1983

Kanji Titel

独逸白鶴手拳法古武術協会

doitsu hakucho te kenpo kobujutsu kyokai – G.H.T.K.A.

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Hakucho no kushanku

公相君

Name & Herkunft

Kushanku, Kosokun, Koshokun, Kung Hsiang Ch’ün, Kwang Shang Fu, Kwanku, Gong Xiang Fu sind Transliterationen des Names eines Meisters der zwischen 1670 und 17901 als chinesischer Gesandter in Kume das Chuanfa weitergab. Der Name Kushanku / Koshokun setzt sich aus den Zeichen Ko (öffentlich, offiziell), Sho (Minister) und Kun (Suffix für Personen, kann jedoch auch „Herr, Herrscher“ bedeuten) zusammen. Daraus ist erkennbar, dass es sich wahrscheinlich um einen Titel handelt. Er soll als Mitglied einer Delegation von Abgesandten des chinesischen Ming-Kaisers 1756 nach Okinawa gekommen sein, wo er sich bis 1763 aufgehalten haben soll. In den offiziellen Listen dieser Zeit taucht der Name allerdings nicht auf. Sein Name taucht das erste Mal in den sogenannten Oshima Hikki大島筆記 (Oshima-Aufzeichnungen) auf. 1762 strandete ein Tributschiff der Satsuma während eines Sturmes bei Tosa (Provinz Shikoku). Dort lag es einen Monat fest.

Oshima Hikki

Der auf Tosa lebende Gelehrte Tobe Ryoen (oder Tobe Yoshihiro) (1713-1795) schrieb Gespräche mit Besatzungsmitgliedern dieses Schiffes auf. Nach den Schriften befand sich ein Shionjia Peichin auf dem Schiff, der von einem chinesischen Kampfkunstexperten namens Koshangkun erzählt. Der soll seine Künste mehrfach demonstriert haben.

„Ein Chinese namens Koshangkun brachte viele Schüler mit. Ich war sehr beeindruckt von den Demonstrationen des Kempo... Ich sah, wie sich eine kleine Person leicht gegen größere und stärkere Männer verteidigte. Er hielt eine Hand am Brustkorb und verwendete nur kata-te und nuki-ashi und der kleine Mann besiegte den größeren Gegner scheinbar ohne Kraft zu verwenden.“

Kushanku hinterließ die nach ihm benannte Form, vermutlich auch das Hikite und das Kumiai. Er hatte vermutlich drei Schüler auf Okinawa: Shionjia潮平, Chatan Yara北谷屋良 und Sakugawa佐久川.

Yara Chatan

Chatan Yara (1740-1812) hielt sich viele Jahre in China auf, bevor er Schüler von Kushanku wurde. Ob er dort Kushanku bereits kennen lernte, ist unklar. Sicher ist, dass er bereits über umfangreiche Erfahrungen im Xingyiquan und Qigong verfügte, als er bei Kushanku lernte. Das ermöglichte es ihm, das komplizierte Kampfkunstsystem das Kushanku lehrte zu verstehen, gerade wenn es um Qi ging. So war es ihm möglich, die Kata, die ihm Kushanku beibrachte, zu erfassen und in der Tiefe zu begreifen. Aus diesem Grunde blieb der ursprüngliche Inhalt der Kata Kushanku weitgehend erhalten wurde wurde über die Linie Kushanku – Yara – Kyan weitergegeben. Die ursprünglichste Form der Kata, die Kuniyoshi no Kushanku wird im Matsubayashi ryu gelehrt. Chatan Yara soll als innerer Schüler (Uchi deshi) Nachfolger Kushanku‘s geworden sein und von ihm das Menkyo Kaiden erhalten haben.

Sakugawa Kanga

Sakugawa Kanga (1733-1815) wurde 1756 Schüler von Kushanku. Die Geschichte, die sich beide kennen lernten, beschreibt Richard Kim in seinem Buch „The Weaponless Warriors“ :

"Eines Tages ging Sakugawa spazieren und sah am Flußufer einen absonderlich gekleideten Fremden in der Meditation versunken. Er wollte ihm einen Streich spielen und ihn von hinten ins Wasser stoßen. Doch sein Vorhaben wurde durch eine schnelle Reaktion des Fremden vereitelt, der Sakugawas Angriff spontan abwehrte und ihn zurechtwies: `Für einen Kampfkunstmeister geziemt es sich nicht, solche Streiche zu spielen. Komm zu mir nach Kumemura und ich werde dir nicht nur das WIE, sondern auch das WARUM der Kampfkünste beibringen. ́ Daraufhin wurde Sakugawa Kushankus Schüler".

Sakugawa war nicht so erfahren in den chinesischen Kampfkünsten und kannte die Prinzipien des Qi nicht. Aus diesem Grund konnte er, obwohl er bis zur Abreise von Kushanku 1762 sechs Jahre bei ihm lernte, nicht in die Tiefe von Kushanku’s Kampfkunst vordringen. So veränderte der die Kata Kushanku, die er ebenso wie Chatan Yara gelernt hatte, und ersetzte viele Techniken die er nicht verstand durch kraftbetonte Techniken. So veränderte er die Kata entscheidend und der ursprüngliche Inhalt wurde auf der Sakugawa-Linie nicht weitergegeben. Kushanku starb wahrscheinlich 1790 in China.

 

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