Xing Yi Chuan37 Kampfkunst im Erzgebirge seit 1983

Kanji Titel

独逸白鶴手拳法古武術協会

doitsu hakucho te kenpo kobujutsu kyokai – G.H.T.K.A.

Xing Yi Chuan

形意拳

Xing Yi Chuan

Xing Yi Chuan

Diese Kampfkunst auch Hsing Yi Quan ist meines Erachtens eine der ältesten chinesischen Systeme. Ich sage bewußt: System, da Begriffe wie Stil oder Schule nicht ausreichen. Sie ist in ihrer Kernform durchaus leicht zu erlernen, um das System in seinem gesamten Ausmaß zu beherrschen benötigt es die gleiche Zeit, wie jedes andere umfassende System, also mindestens 10 Jahre.

In seine heutige Form wurde es, aller Erkenntnis nach, von Marschall Yue Fei 岳飛 gebracht (Änderungen über die Zeiten ausgenommen).

Es basiert auf den fünf Wandlungsphasen: Metall, Wasser, Holz, Feuer, Erde. Die Transformation der Wandlungsphasen wird dabei auf die Techniken übertragen.

Ein Großteil des bekannten Karate hat seine Wurzeln im Xing Yi Chuan. Die 5 Pinan (eigentlich:Píng'ān平安) oder Heian, beispielsweise, sind eine Xingyichuan-Form.

5 Fäuste

FiveElementsCycle – cc0

Pīchuan

劈拳 – die spaltende Faust.

Pīchuan ist aufsteigendes und fallendes , abwärts verwendet, hat es (das Qì) die Intention zu Zerteilen. Deswegen ist es der Wandlungsphase "Metall/Gold" zugeordnet. Das Siinbild hierfür ist die Spaltaxt. Innerhalb des Körpers gehört es zur Lunge.

Bēngchuan

崩拳 – die schmetternde Faust.

Bēngchuan ist das zusammenziehende und ausdehnende Qì. Der Wandlungsphase "Holz" und dem Organ/Meridian Leber zugeordnet. Das Sinnbild hierfür sind Pfeile, wie an einer Perlenkette aufgereiht, da es die vor- und zurückgehende Hände beschreibt.

Zuānchuan

鑽拳 – die bohrende Faust.

Zuānchuan ist das fließende und wirbelnde Qì. Es ist der Wandlungsphase "Wasser" und dem Organ/Meridian "Niere" zugeordnet. Wasser erreicht jeden Ort, sei er auch noch so klein. Die aufwärtsdrehende Bewegung von Zuānchuan wird, sowohl durch das Bild der sprudelnden Quelle, als auch durch die spritzende Gischt der brechenden Welle symbolisiert.

Pàochuan

炮拳 – die hämmernde Faust.

Pàochuan ist das öffnende und schließende Qì. Das Sinnbild ist die Explosion. Das "Herz" als Organ und Meridian und die Wandlungsphase "Feuer" gehört dem Pàochuan-Qì.

Héngchuan

橫拳 – die überkreuzende Faust.

Héngchuan ist das vereinende, sich sammelnde Qì. Das Sinnbild ist die rollende Kugel, Organ/Meridian ist "Milz" und die zugehörige Wandlungsphase "Erde".

Santishi

Sun Lutang – gemeinfrei

三體式 – Drei-Pfahlstand ist das wichtigste und grundlegendste Training in der Praxis des Xingyichuuan. Man sagt:

Santi Shi ist die Quelle aller Fertigkeiten

. Im traditionellen Training müssen die Studenten Santishi für eine lange Zeit üben, bevor sie andere Fähigkeiten erlernen. Das Üben von Santishi lehrt dn Praktizierenden, Bewegungen und die Integration von internen und externen Komponenten zu begreifen. Stabilität und Verwurzelung werden ebenfalls erhöht. Santishi lehrt Entspannung, sowie Kontrolle und Verwendung von Shen, Yi, Qi und Jin.

Die Santishi-Übung umfasst mehrere Schritte. Zunächst muß man die Santishi-Bewegungen studieren und sorgfältig "zu stehen". Eine korrekte Bewegung erleichtert die Entwicklung korrekter Gefühle, beispielsweise des Qi-Flusses, an allen wichtigen Akupunkturpunkten im Körper. Besonders für Anfänger ist es wichtig, während des Santishi-Trainings die Entspannung zu bewahren. Zweitens sollte man lernen, von Jin trainierte Kraft zu erzeugen und diese in den physischen Bewegungen vollständig zum Ausdruck zu bringen. Wie bei jeder internen Kampflunst sollte die Praxis vom Verstand geleitet werden. Die Einhaltung der vierundzwanzig wichtigsten Punkte (wird später beschrieben) wird Ihr Training weiter verbessern.

In verschiedenen Phasen des Trainings sollte man den Verstand auf unterschiedliche Weise einsetzen. Da der Trainingsprozess lange dauert, sollten man täglich üben und Geduld haben. Anfänger sind möglicherweise in der Lage, die richtige Haltung nur drei bis fünf Minuten lang beizubehalten. Wenn man ungefähr 30 Minuten richtig stehen lann, hat man eine solide Grundlage für weitere Fortschritte in der Praxis geschaffen. Es ist bekannt, daß einige alte Meister von ihren Schülern verlangten, daß sie täglich mindestens ein bis zwei Stunden Santishi üben. Ohne diese Disziplin und die Stärke, die diese Übung mit sich brachte, war es sinnlos, andere Fähigkeiten zu unterrichten.

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