Startseite46 Jahre Kampfkunst im Erzgebirge seit 1983

Chinesischer Schriftzug G.H.T.K.A.

独逸白鶴手拳法古武術協会

doitsu hakuchuu ti kenpo kobujutsu kyokai – G.H.T.K.A.

Kyan

喜屋

Kyan

Glas

Kyan Chofu's richtiger Name im okinawanischen Dialekt Uchināguchi 沖縄口 lautet Arakaki Seishō 新垣世璋, Kyan Chufu. Er stammte ursprünglich aus einem Zweig der Mutubu Udun Familie本部御殿家. Als Chufu 19 Jahre alt war (nach japanischer Zählweise 19, tatsächlich 17), wurde er von der kinderlosen Kyan-Familie (aus dem Kyan-Palast) adoptiert. Der Grund dafür war, daß die erste Frau der Mutubu Udun Familie aus der Kyan-Familie stammte und die MMutubu Udun Familie selbst der Blutlinie Kyan's angehörte. Sein Vater, Mutunaga Chūyū (Motonaga Chōyō) 本永朝庸, war der zweite Sohn der Familie Motonaga und soll am Hofe von Sui 首里 nicht viel Erfolg gehabt haben, aber ich denke die dürftige Geschichtsschreibung übersieht hier einiges. 1833 wurde er ‚Diener‛ von König Shō Kō 尚灝, 1846 war er ‚Diener‛ von König Shō Iku 尚育, 1848 ‚Diener‛ von König Shō Tai 尚泰 und bis zum Ende des Königreichs dessen ‚Kammerdiener‛. Was immer man unter ‚Diener‛ verstehen mag (sofern die Übersetzung korrekt ist) und mag er als solcher begonnen haben, am Ende war er wohl eher ‚Stabschef‛ des Königs statt ‚Kammerdiener‛. Die Diener Usubashi 御側仕 und Begleiter Uchinju や近習 waren die engsten Berater des Königs. Drei Generationen von Königen als Berater zu dienen, deutet auf besondere Fähigkeiten hin. Es sei erwähnt, daß auch Matsumura Sōkon diesen drei letzten Königen diente. Die Familie Kyan war eine feudale Herrenfamilie von Ryūkyū. Die aufeinanderfolgenden Oberhäupter der Familie wurden zum Uēkata ernannt, dem höchsten Rang unter den Samurē サムレー bzw. Yukatchu 良人. Die Familie genoß hohes Ansehen, einige ihrer Mitglieder wurden sogar zu Verwaltungschefs, den Sanshikan 三司官.

Nachdem das feudale Königreich abgeschafft, durch den Meijitennō ㍾天皇 abgeschafft wurde die Königsfamilie nach Edo 江戸 (1868 in Tôkyô 東京都 umbenannt), geholt (zur besseren Kontrolle, aber auch als eine Art Abfindung, faktisch bezahlter Ruhestand). Für Chufu bedeutete dies eine Beförderung zum Kāfù 家富 und ebenfalls einen Umzug mit dem Hause Shō, da er offenbar absolut loyal war und immenses Vertrauen genossen haben muß. Er blieb bis zum 32. Meiji-Jahr 明治三二年 in Tôkyô und kehrte dann in seine Heimat zurück. Die Abschaffung der Feudalherrschaft hatte ein drastische Verarmung des Adelsstandes und seiner Bediensteten zur Folge, nicht für Chufu. Er bezog als Shō-Bediensteter die ganze Zeit ein stattliches Gehalt und außerdem hatten die Kyan's, seitens des Meijitennō, einen Anspruch auf Goldstipendien in Form von Staatsanleihen. Anders als auf der japanischen Hauptinsel, wurden die Stipendien auf Ryūkyū nicht ausbezahlt, die Anleihen auf Staatsgold sollten separatistische, als auch China-affine Bemühungen der Adelsschicht und Ritterschaft, welche sich gegen die Annexion stellten, besänftigen, in dem sie den Lebensstandard der wichtigsten Familien erhielten.

Trotz der finanziellen Ausstattung oder vielleicht wegen ihr, startete Chufu einen Handwerksbetrieb für die Herstellung von Sàńshíń 三線.

Er war ein äußerst begabter Handwerker, insbesondere im Shamisenbau. Man sagt, daß er selbst in seinem späteren, zurückgezogenen Leben im Dorf Kume weiterhin Shàmíséń baute. Politisch war er jedenfalls nicht besonders aktiv. Doch seine einzige Stärke, sein Kanme, ermöglichte es ihm stets, wichtige Positionen zu bekleiden. Kurz gesagt, er war ein Mann des Kanme, ein Mann von Ansehen.

(Shàmíséń ist der japanische Begriff für die Sàńshíń, der Bericht war für das japanische Publikum bestimmt.) Da Chufu die Sàńshíń herstellen konnte, konnte er sie, wie jeder Instrumentenhersteller, auch spielen. Das Erlernen des Eisā und der klassischen Ryūkyū-Musik war für die Kinder der Oberschicht unerläßlich. Es nicht ungewöhnlich, daß er später selbst Musikinstrumente herstellte. Der Wohnsitz der Familie Kyan befand sich in Gibu 儀保, Suī 首里. Nach seiner Rückkehr verkaufte Chufu jedoch sein Elternhaus und ließ sich im Dorf Kuninda 久米村 nieder. Kuninda ist war ein Dorf im Hafen von Nāfa 那覇 und nicht weit vom geschäftigen Zentrum entfernt, daher war es eine günstige Wahl für einen Geschäftsstandort. Shō Kyū 尚 久 dürfte Chufu noch als Kind persönlich gekannt haben, seine Aussage, daß er politisch nicht aktiv war, scheint mir eine Schutzbehauptung gewesen zu sein, denn er erwähnte, daß er trotzdem ‚wichtige‛ Positionen bekleidete (Widerstand?).

Fazit

Chufu war ein extrem wichtiger Mann als Beamter des Königs und danach. Er war hochrangig adlig und zeitlebens angesehen. Er stellte ein Musikinstrument her, daß Mutubu Chūyū 本部朝勇 nachweislich, sehr häufig spielte. Dieses Instrument wurde beim Eisā-Tanz gespielt, der Eisā ist die Grundlage des „Tanzes der Krieger“. Chufu stammte aus dem Mutubu-Clan, ihm war das Mutubu udun dī 本部御殿手 sicher bekannt. Er war mit Sicherheit ein Kampfkunstexperte.

Wir sollten uns mindestens drei Begriffe merken: Kanme 貫目, Sàńshíń und König Shō Tai (siehe Tuudii).

ganz nach oben